Paul Puppe

„Glück ist Nichts für schwache Nerven“

Nachdenklich, humorvoll und lebensklug blickt der vielseitige Paul Puppe auf seine ungewöhnliche Lebensreise zurück: Ausgehend von mir als bescheidenen Start – 1942 in Ammendorf bei Halle an der Saale hineingeboren in die Wirren des Krieges – über die ungewöhnlichen ersten Stationen im Berufsleben als Maurerlehrling, Zivilangestellter in der Lagerverwaltung der NVA und schließlich als Verlagsbeauftragter des VEB Bibliographisches Institut Leipzig, nimmt sein Leben eine dramatische Wende, als er sich 1977 entscheidet, von einer Dienstreise in den Westen nicht mehr in die DDR zurückzukehren. Die folgenden Monate sind geprägt vom zähen Kampf seine geliebte Frau und den Sohn in die Bundesrepublik zu holen. Diese Zeit voller Ungewissheit und emotionalen Auf und Ab lässt ihn bis heute nicht los.

Nachdem die Familienzusammenführung glückt, fast Puppe erneut in der Verlagsbranche Fuß. Er wundert sich wieviel ihm gelingt. 1992, er ist 50 Jahre alt, wagt er einen beruflichen Neuanfang: Obwohl er sich keine Chancen ausrechnet, bewirbt er sich um eine Stelle als Pächter für die Bahnhofsbuchhandlung in Starnberg – und bekommt den Zuschlag. Jetzt ist er ganz oben angekommen, seine Buchhandlung wird zum Hotspot der Prominenz, sie alle komme zu ihm sind begeistert in seiner bescheidenen Art.

Der Bahnhofsbuchhändler ist der schillernde Lebensbericht eines nimmermüden Optimisten und ein zeitgeschichtliches Dokument – deutsche Geschichte pur, spannende und unterhaltsame Anekdoten und trotz Paul Puppes Erfolg keine Heldensaga. Absolut lesenswert.